Branchenbericht 2026: 4 von 5 Unternehmen suchen dringend Personal – und planen trotzdem zu wachsen
Denn gleichzeitig erwartet eine klare Mehrheit weiteres Umsatzwachstum, plant mehr Aktionen als im Vorjahr und investiert konkret in neue Recruiting-Technologien. Eine Branche unter Druck – die dennoch Kurs hält.
231 Unternehmen aus der DACH-Region haben an der diesjährigen Befragung teilgenommen: Agenturen, Personaldienstleister, Event-Veranstalter und Messebauer. Sie geben Auskunft über das Geschäftsjahr 2025, ihre Erwartungen für 2026 – und erstmals auch darüber, wo sie den konkreten Nutzen von Künstlicher Intelligenz im Recruiting sehen.
2025 im Rückblick: Wachstum bleibt – aber die Verlierer werden mehr
Das Jahr 2025 setzte den Wachstumskurs der Branche fort, wurde dabei aber anspruchsvoller. Rund 52 % der Befragten verzeichneten einen Umsatzanstieg – davon knapp 9 % sogar stark. Weitere gut 32 % hielten ihren Umsatz stabil. Die Wachstumsquote lag damit auf nahezu identischem Niveau wie im Vorjahr (Jahresumfrage 2025: ebenfalls rund 52 %).
Was sich verändert hat, ist das andere Ende der Skala: Der Anteil der Unternehmen mit Umsatzrückgang stieg auf rund 16 % – in der Jahresumfrage 2025 hatte dieser Wert noch bei 11,54 % gelegen. Ein Signal, dass das Marktumfeld selektiver geworden ist: Wer gut aufgestellt ist, wächst weiter. Wer es nicht ist, spürt es deutlicher.
Ausblick 2026: Mehr Optimismus, mehr Aktionen, mehr Personal
Trotz der gestiegenen Rückgangsquote im Rückblick ist der Blick nach vorn so positiv wie seit Jahren nicht. Rund 60 % der Befragten erwarten für 2026 Umsatzwachstum – gegenüber 56,77 % in der Jahresumfrage 2025. Der Anteil derer, die einen Rückgang befürchten, sank auf unter 8 % (Jahresumfrage 2025: 9,68 %).
Diese Zuversicht schlägt sich in konkreten Planungen nieder:
- Fast 49 % rechnen mit mehr Aktionstagen und Einsätzen als im Vorjahr (Jahresumfrage 2025: 42 %)
- Knapp 54 % planen einen höheren Personaleinsatz (Jahresumfrage 2025: rund 50 %)
Die Branche denkt nicht nur positiv – sie handelt bereits danach.
Geschäftsklima: Stabil auf positivem Niveau
Das Stimmungsbild der Branche bleibt konstant gut. Auf einer Skala von 1 (sehr negativ) bis 5 (sehr positiv) liegt der Durchschnittswert 2026 bei 3,50 – nahezu identisch mit dem Vorjahreswert von 3,49. Die leichte Abkühlung seit dem Spitzenwert von 3,63 im Jahr 2024 hat sich stabilisiert.
Knapp 48 % der Befragten bewerten das Geschäftsklima mit 4 oder 5 – also klar positiv. Nur rund 10 % empfinden die aktuelle Lage als negativ.
Wettbewerb: Verschärfung spürbar, aber kein Einbruch
Erstmals fragte die Jahresumfrage direkt nach der Wettbewerbssituation. Das Ergebnis ist gespalten: 41,60 % der Befragten berichten von einer Verschärfung in ihrem Marktsegment. Fast ebenso viele – 44,00 % – sehen die Lage als unverändert. Nur 4,80 % nehmen eine tatsächliche Entspannung wahr.
Das Bild ist klar: Die Märkte werden selektiver. Wachstum ist weiter möglich – erfordert aber schärfere Positionierung und effizientere Prozesse als früher.
Personalmangel und Budgetdruck: Die größten Herausforderungen 2026
Hier zeigt sich die stärkste Veränderung gegenüber dem Vorjahr. In der diesjährigen Umfrage konnten die Befragten mehrere Herausforderungen gleichzeitig nennen (Mehrfachauswahl) – und nutzten das ausgiebig.
Personalmangel bleibt die dominierende Herausforderung der Branche: 80 % der Befragten nennen das Finden ausreichend qualifizierter Mitarbeiter als zentrale Hürde – gegenüber 48,77 % in der Jahresumfrage 2025. In einer Branche, die projekt- und personengetrieben arbeitet, hat dieser Faktor inzwischen alle anderen Themen überlagert.
Zum zweiten Schwergewicht hat sich der Budgetdruck entwickelt: 50,65 % der Unternehmen sehen Budgetbeschränkungen als aktuelles Problem – mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr (24,18 %). Steigende Personalkosten und wirtschaftliche Unsicherheiten machen es für viele schwerer, ausreichend in Aktionen und Personalaufbau zu investieren.
Wettbewerbsdruck (22,51 %) und die Anpassung an digitale Trends (12,12 %) folgen mit deutlichem Abstand.
KI im Recruiting: Nicht mehr Zukunft – sondern Gegenwart
Erstmals fragt die Jahresumfrage konkret: Wo sehen Sie den größten Nutzen für KI in Ihrem Recruiting-Prozess? Die Antworten zeigen: Die Branche hat sich entschieden – KI ist kein Hype, sondern ein Werkzeug für ganz konkrete Aufgaben.
Klarer Spitzenreiter: Erstellung und Optimierung von Stellenanzeigen (53 %). Eine überzeugende Anzeige ist der erste Schritt jeder erfolgreichen Personalgewinnung – und hier sehen mehr als die Hälfte der Befragten das größte Potenzial.
Platz 2 geht an die Vorauswahl und Bewertung von Bewerbungen (35 %): Wer täglich viele Bewerbungen sichtet, kennt den Aufwand. KI kann diesen Prozess erheblich beschleunigen.
Knapp dahinter folgen Kandidaten-Matching (29 %) und automatisierte Bewerber-Kommunikation via Chatbots oder E-Mails (23 %).
Auffällig: Ebenfalls 23 % der Befragten sehen aktuell keinen Bedarf für KI im Recruiting. Dieser Anteil zeigt, dass Teile der Branche den konkreten Nutzen noch nicht greifen können – und dass Aufklärungsarbeit weiterhin gefragt ist.
Die Branche wächst – wer jetzt die richtigen Werkzeuge einsetzt, ist vorn
Die Jahresumfrage 2026 zeichnet ein klares Bild: Die Promotion-, Messe- und Event-Branche ist optimistischer als im Vorjahr und bereit zu wachsen. Gleichzeitig werden Personalmangel und Budgetdruck zur Konstante – keine vorübergehenden Probleme, sondern strategische Daueraufgaben.
Wer 2026 erfolgreich wachsen will, braucht verlässliche Zugänge zu qualifiziertem Personal, kosteneffiziente Recruiting-Lösungen und digitale Werkzeuge, die den operativen Aufwand reduzieren.
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